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EINGESCHNEIT IN MARIA ALM: BOUTIQUE HOTEL SEPP

Die erste Reise des Jahres hat mich ins verschneite Salzburger Land geführt. Im Boutique Hotel Sepp wollte ich gemütlich brunchen, eine schöne Winterwanderung unternehmen und den Blick vom Infinity Pool auf das Steinerne Meer genießen. Es kam dann alles etwas anders als gedacht, denn schönes Wetter lässt sich leider bei der Hotelbuchung nicht mitbestellen! Trotzdem hatte ich eine tolle Zeit in Maria Alm und möchte euch ein bisschen mehr über das nachhaltige und besondere Hotel erzählen.

Infinity Pool im Boutique Hotel Sepp, Maria Alm im Salzburger Land

Anreise ins Skigebiet

Die Anreise mit dem Auto nach Maria Alm war im Schneegestöber schon eine kleine Herausforderung. Innerhalb eines Tages war das Auto auf dem Parkplatz des Hotel Sepp nicht mehr zu sehen. Am Abreisetag hat der Beste mehr als eine halbe Stunde gebraucht, um es aus den Schneemassen freizuschaufeln! Zwei Straßen waren wegen akuter Lawinengefahr gesperrt und eine weitere Route nur mit Schneeketten befahrbar, selbst die Autobahn Richtung Salzburg war zeitweise nicht mehr befahrbar. Die meisten Menschen, die in Skigebiete reisen, sind wahrscheinlich gut ausgerüstet. Wir hatten leider keine Schneeketten und waren mit dem vielen Schnee ein bisschen überfordert.

An eine Winterwanderung war nicht zu denken, denn selbst auf den Bürgersteigen in Maria Alm lag bis zu 1,50 m hoch Schnee. Die Räumfahrzeuge kamen nicht mehr hinterher, die Schneemenge zu entfernen. Im Ortskern haben LKWs den Schnee abtransportiert, denn man wusste irgendwann nicht mehr, wohin damit. Wer also in diesen Tagen denkt, der Katastrophenalarm in Berchtesgaden und die Warnungen, nicht abseits der Pisten unterwegs zu sein, wären übertrieben gewesen: das waren sie sicherlich nicht! Selbst in Regionen, die viel Schnee gewöhnt sind, fallen sonst nicht zwei bis drei Meter an einem Wochenende. Die An- und Abreise mit Zug oder Bus wäre noch schwieriger gewesen als mit dem Auto. Informiert euch also gut über die Wettersituation vor Ort, bevor ihr im Winter ins Salzburger Land fahrt.

Hotel Sepp - Eder Collection

Ankommen im Boutique Hotel Sepp: was will ich?

Wir haben abgesehen von kurzen Spaziergängen durch das verschneite Dorf vor allem die Zeit im gemütlichen warmen Hotel genutzt. Die Zimmerkategorien im Hotel sind sehr unterschiedlich und perfekt auf die Bedürfnisse der Gäste abgestimmt. Wer ein gemütliches Wochenende zu zweit verbringen möchte, mit viel Netflix und kuscheln, ist in der Kategorie „Cosy“ gut aufgehoben. Eine riesige Leinwand vor dem Bett lädt zum Serien binge watching ein – das findet man auch nicht überall! Von der Idee bin ich total begeistert und glaube, damit trifft das Hotel wirklich den Zeitgeist.

Natürlich wird auch an die Sportler*innen gedacht: die „Sporty“-Zimmer haben im Eingangsbereich des Zimmers eine große Glasscheibe, hinter der man entweder zwei Bikes aufhängen kann oder seine Skiausrüstung. Einen beheizten Schuhtrockner gibt es noch dazu. Eine super Idee, denn es gibt sehr teure Mountainbikes oder Rennräder, die von den Besitzer*innen ungern in einem öffentlich zugänglichen Radkeller gelagert werden. Der extrabreite Aufzug macht den Transport aufs Zimmer unkompliziert möglich. Der Hoteleingang ist sowohl in der Zufahrt durch die Garage als auch beim Haupteingang über eine Rampe möglich. Sehr praktisch!

Unser Zimmer: Woody

Wir sind in der Zimmerkategorie „Woody“ untergekommen. Hier ist Holz das Motto und ein Plattenspieler steht bereit. Die Soundanlage kann man außerdem per Bluetooth mit dem Handy zum Musikhören nutzen. Vom großen Bett schaut man direkt hinaus auf die Berge. Ein Balkon mit Sitzgelegenheit lädt zum Verweilen ein, allerdings war der natürlich während unseres Aufenthalts zugeschneit. Den Bergblick haben wir leider nicht genießen können, da drei Tage durchgehend Schneegestöber zu sehen war. Nun war ich schon zum zweiten Mal in der Region und konnte wieder das Steinerne Meer nicht sehen! Das ist Pech und somit muss ich wohl nochmal wiederkommen, aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei 😉

Es gibt noch zwei weitere Zimmerkategorien: „Roomy“ (großzügiger geschnitten) und „Luxury“ mit großem Balkon, Panoramafenstern und eigener Schaukel. Das Hotel ist „Adults only“, sprich dort sind nur Erwachsene über 21 erlaubt. Hunde sind übrigens willkommen, dürfen aber nicht in den Restaurantbereich. Unser Hund hat sich im Woody-Zimmer wohlgefühlt und fand die Spaziergänge im Schnee toll!

Zu den Zimmern ist noch zu sagen, dass ich positiv überrascht war in Sachen Nachhaltigkeit. Wiederauffüllbare Seifenspender am Waschbecken und in der Dusche sind vorhanden. Außerdem wurde bewusst auf Amenities verzichtet. Die üblichen kleinen Cremefläschchen, Duschhauben, Nagelfeilen & Co findet man im Boutique Hotel Sepp nicht auf den Zimmern. Auch in Plastik eingeschweisste Badelatschen gibt es nicht automatisch in der Spa-Tasche. Wer etwas benötigt, fragt einfach an der Rezeption. Natürlich bekommt man sie dann, aber sie liegen nicht automatisch auf den Zimmern. Was geöffnet wird, muss nämlich weggeworfen werden und das ist ein unglaublicher Müll, der in vielen Hotels verursacht wird. Das gilt ebenfalls für die Badeschlappen – sobald sie geöffent wurden, werden sie entsorgt… Da diese einen hohen Kunststoffanteil haben, ist das natürlich für die Umwelt furchtbar.

Immer sauber bleiben Seifenspender im Hotel Sepp

Auch eine Minibar sucht man auf den Zimmern vergeblich. Es gibt den ganzen Tag über kostenlos Tee und Infused Water an der Rezeption, den man sich einfach nur holen muss. Mich stören Minibars nicht nur wegen ihrem enormen Energieverbrauch, ich finde außerdem, dass sie nachts Lärm machen. Mir wurde außerdem erzählt, dass die Minibar-Kühlschränke ungefähr alle fünf Jahre ausgetauscht werden müssen – ein ökologischer Wahnsinn! Ich bin also sehr froh, dass man sich bei der Konzeption Gedanken zum Thema Nachhaltigkeit gemacht hat.

Nachhaltigkeit: ein ganzheitliches Konzept

Der Nachhaltigkeitsgedanke hört aber nicht bei den Zimmern auf. Das Hotel wurde erst im September 2018 eröffnet und natürlich überlegte Hausherr Sepp bereits vorher, wie man heutzutage am besten baut. Für das Hotel wurden Betonschalsteine verwendet, die für ein gutes Raumklima sorgen. Klimaanlagen und übermäßiges Heizen sind dadurch überflüssig. Ich persönlich verwende nie Klimaanlagen, auch nicht im Hochsommer. Ich finde es also toll, dass auf diese (in Österreich wirklich unnötigen) Stromfresser verzichtet wird. Geheizt wird mit Hackschnitzeln.

Die Fassade des Hotels ist mit Altholz bestückt. Generell ist im ganzen Hotel viel Altholz zu finden, immer mal wieder sind alte Bretter oder dicke Balken verbaut worden, die Sepp persönlich im Ort aufgetrieben hat. Die Wiederverwendung von alten Hölzern ist materialschonend und gibt dem Hotel außerdem viel Charakter. Ein paar neue Bretter sind auch dabei, weil nicht genug Altholz zur Verfügung stand. Die Idee, mit „Second Hand“ Holz zu arbeiten, finde ich großartig.

Holztheke im Dachboden Restaurant im Hotel Sepp

Das Holz ist übrigens unbehandelt, sowohl der Boden als auch die Wände kommen ohne Versiegelungslacke und -wachs aus. Generell hat man beim Bau viele Naturmaterialien verwendet. Mit dem „TreeCycle“ Rad erledigt das Personal zum Beispiel kleinere Lieferungen zwischen dem Hotel Eder und dem Hotel Sepp. Außerdem wurden zwei Elektro-Fahrzeuge für weitere Strecken angeschafft.

Das Thema Nachhaltigkeit setzt sich auch bei der Verpflegung fort: neben diversen Sorten Bio-Sonnentor-Tee und Infused Water an der Rezeption steht in jedem Zimmer eine Glasflasche zum Auffüllen für Leitungswasser. Das hat nämlich in Maria Alm eine tolle Qualität und kommt direkt aus den Bergen. Die Lebensmittel stammen wenn möglich aus der Region. Das Brot kommt direkt aus der Bäckerei in Maria Alm, Eier vom örtlichen Bauernhof und Käse ebenfalls von regionalen Lieferant*innen. Kräuter baut das Team (wenn es das Wetter zulässt) selbst an.

Restaurant Dachboden im Hotel Sepp, Maria Alm

Brunch für Langschläfer*innen

Dass Nachhaltigkeit im Boutique Hotel Sepp eine große Rolle spielt, habe ich auch sofort am Frühstücksbuffet gemerkt. Keinerlei Plastikverpackungen und abgepackte Portionen! Die Butter gibt es am Stück, Säfte aus Glaskaraffen und Aufstriche in Schüsselchen. Wer Eierspeisen, Porridge oder Palatschinken (österreichisch für Pfannkuchen/Pancakes) möchte, bestellt einfach über einen Zettel zum Ausfüllen direkt beim Koch am Herd. Mitten im Restaurant steht nämlich eine große Showküche, in der alles zubereitet wird. Ihr könnt also sogar direkt Einfluss nehmen auf die Zubereitung und sagen, wie ihr etwas zubereitet haben möchtet.

Durch dieses Konzept wird nicht nur sichergestellt, dass alles frisch und warm auf dem Teller landet – es wird wiederum Müll vermieden, denn keiner will den letzten Pfannkuchen vom Buffet, der da schon seit zwei Stunden liegt. Eine tolle Auswahl gibt es trotzdem, von Semmeln und Brot über täglich wechselndes Gebäck (Croissants, Krapfen, Donuts und mehr). Es gibt Joghurt, frisches Obst, eine Müslibar. Beim Buffet stehen kleine Portionen zur Verfügung und bei Bedarf füllt das Personal einfach nach. Die riesigen Buffets mit Unmengen aufgeschnittenem Obst und Gemüse sehen zwar toll aus, sind aber einfach nicht nachhaltig. Mich hat das Brunch-Konzept deshalb total überzeugt. Außerdem gibt es noch ein absolutes Highlight: Das Brunch geht im Boutique Hotel Sepp nämlich bis 13 Uhr!

Brunch im Hotel Sepp, Maria Alm

Wie oft war ich schon in Hotels, die nur bis 10.30 Uhr Frühstück anbieten. Ich finde das immer sehr stressig, denn ich möchte bei einem Urlaubswochenende ja ausschlafen, muss dann noch mit dem Hund eine Runde drehen und schaffe es dann manchmal erst eine halbe Stunde vor Schluss zum Frühstück. Das ist einfach ungemütlich, manches ist schon aus und ich starte den Tag mit einem schlechten Gewissen, weil ich „zu spät dran“ bin. Das möchte ich im Urlaub einfach nicht – deshalb Daumen hoch für das Brunchkonzept im Sepp! Wenn ihr Skifahren oder Schwimmen wollt, könnt ihr sogar vorher einen Kaffee trinken und dann nach dem Sport gemütlich brunchen gehen. Abgehakt, wer schon da war, wird hier nämlich auch nicht.

Dinner: Tagesmotto oder auswärts essen im Hotel Eder

Auch das Dinner hat ein besonderes Konzept. Jeden Abend serviert der Chefkoch zu einem bestimmten Thema Drei- oder Vier-Gänge-Menüs. Es gibt keine Halbpension, deshalb kann man sich nach Lust und Laune anmelden oder sonst einfach anderswo essen gehen. Donnerstags werden immer nepalesische Currys serviert, Samstags österreichische Klassiker. Jeder Tag ist anders! Wer Allergien hat oder Veggie ist, sollte sich jedoch frühzeitig anmelden. Die Küche ist nicht so groß (wie gesagt gibt es nur die Showküche) und deshalb bereitet der Koch ein festgelegtes Menü zu. Es gibt durchaus Veggie-Alternativen (meine Hauptspeise war zum Beispiel sogar vegan), aber das Küchenpersonal muss es vorher wissen. Sonst kann in der kleinen Küche nicht alles für die drei oder vier Gänge reibungslos zubereitet werden.

Eine besondere Empfehlung gibt es noch für das Hotel Eder im Ortskern von Maria Alm, das Schwesterhotel vom Sepp. Es liegt zu Fuß nur ein paar Minuten entfernt (je nach Wetterlage – wenn ihr eingeschneit seid, sind es eher 15 Minuten). Dort gibt es eine tolle Menükarte mit vielen vegetarischen und veganen Gerichten, die auch explizit gekennzeichnet sind. Wir haben das Rote Bete Tartar probiert, ein nepalesisches Curry und selbstgemachte Pralinen. Ich fand das Essen wunderbar und von asiatisch über österreichisch bis zu mediterran ist alles dabei. Man kann entweder ein täglich wechselndes Dinner-Menü wählen oder sich etwas von der Karte aussuchen. Der Service war unglaublich herzlich und Hunde sind im Restaurant erlaubt.

Rote Bete Tartar im Hotel Eder, Maria Alm

Hausgemachte Pralinen im Hotel Eder, Maria Alm

Auszeiteln im Sepp

Das Boutique Hotel Sepp ist kein reines Wellness-Hotel. Wenn ihr eine Spa-Landschaft mit Indoor-Pool sucht, schaut euch am Besten das Hotel Eder an. Es gibt im Sepp einen beheizten Outdoor Infinity Pool mit Bergblick auf dem Dach und eine verrückte Sauna in einem umgebauten Airstream! Das ist schon etwas Besonderes. Je nachdem, was ihr vor habt, reicht das ja auch als Angebot völlig. Wenn ich zum Wandern nach Maria Alm fahre und nur abends für eine halbe Stunde in den Pool hüpfen möchte, ist das Hotel Sepp perfekt. Der Pool hat außerdem bis 22 Uhr geöffnet und somit hat man genug Zeit, ihn nach langen Rad-, Wander- oder Skitagen zu nutzen. Außerdem gibt es einen schönen Raum mitten im Hotel mit einem großen Baum, der über zwei Stockwerke wächst. Dort kann man sich auch zum Lesen oder Ausruhen hinsetzen, wenn man nicht am Zimmer entspannen mag.

Rund um Maria Alm sind zu jeder Jahreszeit tolle Wandermöglichkeiten zu entdecken. Einige Winterwanderwege sind explizit mit Schnee begehbar, aber informiert euch einfach nochmal, bevor ihr loszieht. Bei unserer Wettersituation war es wie gesagt nicht möglich. Außerdem fährt ein paar Straßen weiter ein Skilift, der euch direkt hoch auf den Berg bringt. Im Sommer kann man toll mountainbiken in der Region. Und angeblich soll es da tolle Berge geben, auch wenn ich sie im Schneegestöber nicht entdecken konnte 😉

Airstream Sauna im Boutique Hotel Sepp, Maria Alm

Indoor Baum im Artrium im Boutique Hotel Sepp, Maria Alm

Designlampen im Treppenhaus vom Hotel Sepp, Maria Alm

Außenfassade Hotel Sepp Maria Alm

Hotel Sepp in Maria Alm

Ich könnte euch noch viel mehr über dieses tolle Hotel erzählen, aber manches wollt ihr vielleicht einfach selbst herausfinden und entdecken. Es lohnt sich jedenfalls, genau hinzuschauen und die vielen kleinen Details zu beachten, die das Boutique Hotel Sepp einzigartig machen.

Ich kann euch einen Aufenthalt dort sehr empfehlen, das Team ist toll, die Zimmer wunderschön und gemütlich, das Essen lecker und die Region wunderschön!

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4 Kommentare

  • Antworten
    Planet Hibbel
    18. Januar 2019 um 9:16

    Aaaaaa! Ist das toll! ♥ Bist Du mit Eva von Hiddengem dort gewesen? Der Airstream auf dem Dach kommt mir bekannt vor. LG, Nadine

    • Antworten
      Ela
      18. Januar 2019 um 9:21

      Liebe Nadine, lustigerweise waren Eva und ich zur gleichen Zeit dort, aber ich habe es erst 1 Stunde vor Abfahrt herausgefunden über ihre Instastories 😉 Wir kennen uns nicht persönlich und haben uns deshalb auch nicht erkannt im Hotel. Sehr schade! Also nein, wir waren zwar gleichzeitig dort aber nicht gemeinsam 😉
      Liebe Grüße,
      Ela

  • Antworten
    Claudia Braunstein
    23. Januar 2019 um 22:12

    Liebe Ela, du warst bei mir ums Eck, sozusagen. So viel Schnee ist übrigens auch für unsere Breitengrade eher ungewöhnlich. sogar in der Stadt herinnen habe ich an einem Abend einen Langläufer vor meiner Türe gesehen, wohlgemerkt, mitten in der Stadt 🙂 schönes Haus, schöner Beitrag, liebe Grüße aus Salzburg, Claudia

    • Antworten
      Ela
      24. Januar 2019 um 11:56

      Liebe Claudia, im Salzburger Land bin ich ja öfters unterwegs, im Sommer sicher auch wieder! 🙂 Wenn es mich wieder nach Salzburg Stadt verschlägt und ich mal mehr als einen Nachmittag Zeit hab, meld ich mich! Die Gegend ist ja wirklich zu schön, ich bin so gern dort.
      Das SEPP kann ich auch sehr empfehlen!

      Liebe Grüße,
      Ela

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