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SÜDAFRIKA: ROADTRIP ZUM KAP DER GUTEN HOFFNUNG

Eines meiner absoluten Highlights in Südafrika war unser Roadtrip zum Kap der guten Hoffnung. Wir sind von Kapstadt aus über Muizenberg und Boulders Beach zum Kap gefahren und anschließend über den berühmten Chapman’s Peak Drive zurück – an einem Tag! Dieser Ausflug war einfach unglaublich, wir haben Pinguine aus nächster Nähe beobachtet, Wale gesehen, waren wandern in einer atemberaubenden Landschaft und sind eine der schönsten Panoramarouten Südafrikas entlang gefahren. Um die Region rund um Kapstadt zu erkunden bietet es sich an, einen Mietwagen zu holen. Damit seid ihr flexibel und könnt auch abgelegenere Gebiete entdecken.

Südafrika, Kap der guten Hoffnung
Südafrika, Kap der guten Hoffnung

Los geht’s: von Kapstadt nach Muizenberg

Früh morgens um kurz nach sieben Uhr haben wir unsere Sachen geschnappt und uns in den Mietwagen gesetzt. Mit im Gepäck: Hut, Sonnencreme, genug Wasser und natürlich meine Fotoausrüstung! Unser erstes Ziel an diesem Tag war das kleine Städtchen Muizenberg. Die Strecke ist in Kapstadt gut ausgeschildert und unkompliziert. Wir haben an einem öffentlichen Parkplatz das Auto abgestellt und erstmal die Füße in den Sand gesteckt – der Blick auf den menschenleeren Strand in Muizenberg war herrlich!

Strand von Muizenberg

Das Örtchen ist auch für seine bunten Umkleidehäuschen berühmt. Es gibt sie an verschiedenen Stränden im Ort, die schönsten sind wohl weiter Richtung Kap an einem Badestrand zu finden. Dort haben wir allerdings nicht nochmal Halt gemacht, zuerst wollten wir frühstücken.

Edwardian Beach Houses, bunte Häuschen am Strand von Muizenberg
Edwardian Beach Houses, bunte Häuschen am Strand von Muizenberg

Um acht Uhr öffnet das Blond & Beard – unser Lokal der Wahl. Wir hatten gehört, dass der Laden sympathisch und das Essen köstlich sein soll. Also haben wir einen Kaffee bestellt und ein deftiges Frühstück: Eggs Benedict! Unser Essen war absolut himmlisch. Genau das richtige um gut gestärkt in unseren ereignisreichen Tag zu starten. Muizenberg ist ein süßes kleines Städtchen, gemütlich und ruhig – eine schöne Abwechslung zu Kapstadt!

Blonde & Beard in Muizenberg

Anschließend haben wir uns im nahegelegenen Supermarkt mit Snacks für den restlichen Tag ausgestattet, denn am Kap gibt es zwar jede Menge Natur aber Verpflegung bringt man besser selbst mit. Dann ging es zurück auf die Straße, direkt an der Küste entlang. Da der Beste gefahren ist (der Linksverkehr war für mich ein absolutes No Go) hatte ich die Möglichkeit, aus dem Fenster zu gucken und alle Eindrücke aufzunehmen, die da so vorbeiziehen… Und plötzlich sehe ich etwas im Wasser – ein Wal! Von der Straße aus konnte ich ihn gut erkennen, so nah war er an der Küste. Unglaublich, für mich als hauptberufliche Walschützerin war das ein Moment, der mich wirklich berührt hat. Wie toll ist es, in einem Land zu leben, in dem diese majestätischen Wesen einfach so von der Küste aus beobachtet werden können?

Es war der erste Wal, den ich in Südafrika gesehen habe – die Delfine in Kapstadt hatten sich ja leider vor mir versteckt. Auf der Fahrt hat mich diese Begegnung noch ziemlich beschäftigt und ich konnte kaum die Augen vom Meer abwenden. Doch schon bald erreichten wir die nächste Station unseres Roadtrips.

Boulder’s Beach: Pinguine so weit das Auge reicht!

Eines meiner absoluten Must Sees in Südafrika: der berühmte Pinguin-Strand am Kap. Ich war aufgeregt, als wir uns dem Parkplatz näherten. Kaum hatten wir das Auto abgestellt, erwartete uns auch schon ein kleiner Pinguin auf einer Mauer. Neugierig blinzelte er uns an. Die Pinguine am Boulder’s Beach sind eher klein da es Brillenpingine sind. Sie stammen angeblich alle von zwei Brutpaaren ab, die sich dorthin verirrt hatten. Inzwischen gibt es dort Hunderte Pinguine!

Pinguin und Baby am Boulder's Beach, Südafrika
Brillenpinguine am Boulder’s Beach

Wir haben vom Parkplatz aus einen kleinen Weg durchs Gebüsch genommen um zum Haupteingang zu gelangen. Dort kann man die Pinguine bereits kostenlos beobachten, manche stehen direkt am schmalen Zaun oder ziehen ihre Jungtiere in kleinen Bruthöhlen auf, die extra für sie dort aufgestellt wurden. Der Zaun dient dazu, die Pinguine etwas vor neugierigen Touristen abzuschirmen – manche Pinguine laufen aber auch auf dem Holzsteg, dem Parkplatz oder sonstwo herum… 😉

Ich finde es lohnt sich, die paar Euro Eintritt zu bezahlen um die Kolonie direkt am Strand beobachten zu können. Ein Holzsteg führt dort entlang, auf dem man bequem zum Wasser gelangt ohne die kleinen Tolpatsche zu stören. Sie laufen einfach unter dem Steg hindurch, der Touristenpfad behindert sie also nicht. Die Pinguine sind an Menschen gewöhnt und lassen sich nicht stören – anfassen sollte man sie aber natürlich trotzdem nicht! Es sind immer noch Wildtiere und die Nationalparkverwaltung bittet darum, sich respektvoll zu verhalten.

Boulder's Beach, Südafrika - Pinguinkolonie
Boulder’s Beach, Südafrika – Pinguinkolonie

Unten am Meer gibt es einen atemberaubenden Ausblick auf die Küste und jede Menge Pinguine. Ich musste alle paar Meter stehen bleiben, um Fotos zu schießen oder die Pinguine zu beobachten. Sie sind einfach entzückend, vor allem die flauschigen Babys waren eine große Attraktion! Ich hätte ihnen stundenlang zugucken können, wie sie auf dem Sand entlang laufen um ins kühle Nass zu kommen. Dort haben sie sich innerhalb von Sekunden in pfeilschnelle, elegante Schwimmer verwandelt – unglaublich!

Aussicht auf die Küste vom Boulder's Beach

 

Aussicht auf die Küste vom Boulder's Beach

Der Beste hat schließlich zur Abfahrt gedrängt, immerhin hatten wir noch viel vor. Und so eine Pinguinkolonie verbreitet einen etwas unangenehmen Duft, woraufhin der Beste ihnen den Spitznamen „kleine Stinker“ gegeben hat 😉 Zurück zum Parkplatz, wo wir uns mit ein paar Donuts gestärkt haben, bevor es weiter ging zum Kap!

Strand am Boulder's Beach, Südafrika

Das Kap der guten Hoffnung

Der Nationalpark kostet 125 Rand Eintritt, den man einfach bequem an einem Schalter im Vorbeifahren bezahlen kann. Direkt hinter dem Eingangstor gibt es einen besonders schönen Aussichtspunkt, an dem ihr unbedingt anhalten solltet. Man hat einen magischen Blick über die Küste und aufs Meer – manchmal kann man auch Wale entdecken.

Aussichtspunkt im Table Mountain National Park

 

Aussichtspunkt im Table Mountain National Park
Aussichtspunkt im Table Mountain National Park

Anschließend fährt man durch die malerische Landschaft. Entweder direkt mit dem Auto zum Parkplatz am Kap der guten Hoffnung oder zum großen Parkplatz Richtung Leuchtturm. Dort starten verschiedene Wanderwege. Die großen Reisebusse fahren natürlich direkt zum Kap, aber ganz ehrlich – dieser Punkt ist total überbewertet und langweilig. Flach, ein Wendekreisel und ein altes Holzschild für Selfies. Wir waren froh, dass wir uns zu Fuß auf den Weg gemacht haben.

Vom Parkplatz aus sind wir zuerst dem Weg durchs Gebüsch Richtung Kap gefolgt. Der Duft von Fynbos ist überall, tausende kleine gelbe Blüten und eine wunderbare Aussicht! Die Sonne brennt dort aber erbarmungslos runter, vor allem wenn ihr zur Mittagszeit unterwegs seid solltet ihr euch gut mit Sonnencreme einschmieren und eine Kopfbedeckung tragen. Schattenspendende Bäume gibt es dort keine. Allerdings kann das Wetter blitzschnell umschlagen – wir standen nach strahlendem Sonnenschein 15 Minuten später plötzlich im Regen da… Ohne Jacken oder Schirm!

Transglobalpanparty, Kap der Guten Hoffnung, Michaela Harfst
Wanderweg Kap der guten Hoffnung

Der Wanderweg besteht größtenteils aus federnden Holzplanken, außerdem muss man kaum Höhenmeter überwinden. Es ist ein einfacher Weg, der immer wieder wunderbare Aussichtspunkte bietet. Es lohnt sich auch, Ausschau nach Echsen zu halten – kleine schwarze Agamen und bunte Eidechsen liegen überall am Wegesrand und sonnen sich.

Agame in Südafrika am Kap der guten Hoffnung

Nach der Hälfte der Strecke führt ein steiler Pfad hinunter zum Diaz Beach. Ein wunderschöner weißer Sandstrand, umgeben von steilen Felsen. Wir sind jedoch nicht hinunter geklettert sondern weiter Richtung Kap gelaufen. Dort gelangt ihr nach einem kleinen Aufstieg auf eine Felsformation, von der aus man einen tolle Aussicht hat. Wer möchte, kann noch runter zum Holzschild laufen, das haben wir uns aber gespart, weil es umgeben von Reisebussen und Touristen war.

Das Kap der guten Hoffnung ist der südwestlichste Punkt Afrikas. Dort treffen der kalte Benguelastrom und der warme Agulhasstrom zusammen. Der Seefahrer Bartolomeu Diaz entdeckte das Kap 1488 als erster Europäer. Woher der Name Kap der guten Hoffnung kommt, ist nicht eindeutig geklärt – aber Seefahrer wollten diesen stürmischen und gefährlichen Punkt schnell hinter sich lassen.

Kap der guten Hoffnung, Südafrika

 

Diaz Beach, Südafrika
Diaz Beach, Südafrika

Zurück zum Ausgangspunkt und von dort aus hoch zum Leuchtturm, das war unser Ziel. Es gibt eine Zahnradbahn, die hinauf fährt, aber der gepflasterte Pfad lässt sich gut zu Fuß erklimmen. Rund um den Leuchtturm hat man einen Blick auf die Steilküste, in der Kormorane nisten.

Nationalpark Tafelberg, Alter Leuchtturm am Kap

Ein Blick zurück lohnt sich ebenso – man sieht die Landschaft vom Kap bis rüber auf die andere Seite zum Meer. Unglaublich!

Kap der guten Hoffnung

 

Wir sind dann vom Leuchtturm den schmalen Wanderweg weiter zum alten Leuchtturm gelaufen. Ebenfalls wenig Höhenmeter und eine gemütliche Runde. Es ist sehr steil, rechts der Berg auf dem der Leuchtturm steht, links geht es tief hinab. Dazwischen springen immer mal wieder (lebensmüde?) Klippschliefer in einem rasanten Tempo herum, Agamen liegen in der Sonne und wir hatten sogar das Glück, einen Finnwal im Wasser zu erspähen, der mit hoher Geschwindigkeit unterwegs war.

Küste von Südafrika

 

Pfad zum Alten Leuchtturm am Kap der guten Hoffnung

Der Pfad zum alten Leuchtturm ist ein beliebtes Fotomotiv – zu Recht! Schließlich erreicht man das Ende des Weges und kann beobachten, wie sich die Wellen an den Felsen brechen. Der ehemalige Leuchtturm ist klein und unscheinbar im Vergleich zum Neuen – ob ihn wohl mal das ein oder andere Schiff übersehen hat?

Inzwischen war es bereits Nachmittag und wir doch ziemlich erschöpft. Also haben wir uns nach einer kurzen Pause ins Auto gesetzt und sind mit jeder Menge Eindrücke im Gepäck zu unserer letzten Roadtrip-Station gefahren.

Der Chapman’s Peak Drive

Diese Panoramastraße sollte man am besten vom Kap aus Richtung Kapstadt befahren, denn in Südafrika ist Linksverkehr. Das heißt, man kann leichter an den Aussichtspunkten anhalten und hat einen besseren Blick auf die Landschaft, wenn man in diese Richtung fährt. Oft ist die Strecke wegen Steinschlag oder Renovierung geschlossen, bitte informiert euch vorher über die Website, ob sie geöffnet ist. Es handelt sich um eine Mautstraße und bei der Einfahrt muss man (je nach Fahrzeug mehr oder weniger) 45 Rand bezahlen. Das lohnt sich, versprochen!

Champan's Peak Drive Panoramastraße
Der Champan’s Peak Drive

Immer wieder gibt es kleine Parkplätze am Chapman’s Peak Drive, an denen man anhalten kann. Das solltet ihr auch unbedingt machen, denn die Aussicht ist einfach atemberaubend. Hätten wir mehr Zeit in Kapstadt gehabt, wären wir die Strecke zu verschiedenen Tageszeiten gefahren. Aber das Licht am späten Nachmittag war wunderschön, denn es hat die Berge in ein malerisches Blau getaucht!

Hout Bay, Champan's Peak Drive

Nach jeder Biegung der Straße dachte ich mir, schöner kann es ja kaum mehr werden. Aber auf dieser Panoramaroute ist wirklich jeder Meter ein Highlight. In der Ferne sieht man den Tafelberg und den Lion’s Head sowie den kleinen Fischerort Hout Bay.

Chapman's Peak Drive, Hout Bay

Entlang der Strecke kann man auch einiges entdecken, aber nach dem langen Tag waren wir hungrig und müde… Deshalb ging es nach einem letzten Stopp zurück Richtung Kapstadt. So konnten wir den Tafelberg und den Lion’s Head mal von der anderen Seite aus bestaunen.

Tafelberg und Lion's Head in Kapstadt
Tafelberg und Lion’s Head in Kapstadt

Unser Roadtrip zum Kap der guten Hoffnung war einer der schönsten Tage, die wir in Südafrika verbracht haben. Die Landschaft ist einfach atemberaubend! Solltet ihr mal in Kapstadt sein, kann ich euch einen Roadtrip ans Kap sehr empfehlen.

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