Allgemeine Reisebeiträge/ Nachdenken

10 DINGE, DIE MICH ZUM BLOGGEN INSPIRIEREN

Was inspiriert dich? Diese Frage höre ich oft, wenn ich erzähle, dass ich seit fast sechs Jahren blogge. Heute bekommt ihr die Antwort – 10 Inspirationsquellen fürs Bloggen!

1. Lebensmittel

Die wie ich finde, wichtigste Inspirationsquelle für Foodblogger! Was hat der Markt gerade saisonales zu bieten? Eine Zutat, die ich entdecke und einfach mal mitnehme, inspiriert mich dann häufig zu einem neuen Rezept. Natürlich kaufe ich nicht planlos ein, ich überlege mir meistens schon zu Hause, was ich in etwa kochen möchte und habe einen Einkaufszettel. Trotzdem, wenn mich etwas besonders anlacht, nehme ich es mit und überlege mir zuhause, wie ich die Zutat am besten einsetzen könnte.
Lebensmittel - saisonal, regional oder aus der ganzen Welt
Roter Quinoa mit Gemüsepfanne
Das kann regionales Gemüse sein, aber auch mal Obst aus der ganzen Welt. Ihr findet hier von der bayerischen Brotzeit bis zur Maracuja Creme brulee einfach alles! Es macht mir Spaß, mit neuen Zutaten zu experimentieren, die ich bisher noch nicht verwendet habe.

2. Zeitschriften & Bücher

Ich bin kein Mensch, der jede Woche ein Dutzend neue Rezept-Zeitschriften kauft. Aber ab und zu landet auch mal ein Magazin im Einkaufskorb – besonders gern mag ich aktuell die Slowly Veggie und die Sweet Paul. Das ändert sich aber auch schnell wieder, manchmal kaufe ich monatelang keine einzige Zeitschrift.
Da mein Kochbuchregal irgendwann aus allen Nähten geplatzt ist, habe ich radikal aussortiert und Bücher, die nicht zu mir passen, verschenkt. Trotzdem landen natürlich auch neue Bücher bei mir – aber immer zu Themen, die mich wirklich interessieren und zu meinem Blog-Konzept passen. Die besonders spannenden findet ihr dann in den Rezensionen hier auf dem Blog.
Ob das ein Buch über vegane Grillrezepte ist oder wieder ein Meisterwerk meines Lieblingskochs Yotam Ottolenghi – wichtig ist, dass sie tolle Photos haben. Reine Text-Kochbücher sind nichts für mich, ich brauche etwas fürs Auge, um mich zum Nachkochen inspirieren zu lassen. Wobei ich ehrlich zugeben muss, dass ich oft eigene Ideen einbringe oder ein Gericht nur vom Photo / den Zutaten nachkoche statt den Rezept-Text zu lesen. Kochen ist Kreativität, jeder kann selbst etwas aus den Gerichten machen! Das wünsche ich mir auch von euch – beim nachkochen selbst Ideen einbringen und kreativ werden. Über Anmerkungen freue ich mich immer, wenn ihr Rezepte die ihr hier findet, ausprobiert und verfeinert!
Kochbücher als Inspiration - zum Beispiel von Ottolenghi
Brokkoli mit Skordalia nach Ottolenghi

3. Andere Blogs!

Rechts in der Seitenleiste findet ihr immer meine derzeitigen Lieblingsblogs. Ich lese natürlich viel mehr als jene die dort stehen, setze mir aber eine Grenze von 50 Blogs für die Blogroll, damit es nicht zu voll wird. Was gibt es schöneres, als sich von anderen Foodies für Zutaten, Rezepte oder Ideen begeistern zu lassen? An dieser Stelle ein ganz dickes Lob an die Foodblogger – ihr seid meine Vertrauensbasis Nummer 1! Wenn ich wirklich Insider-Tipps für tolle Restaurants in einer Stadt oder das perfekte Rezept für Brioche suche, dann garantiert in einem anderen Blog. Das erwähne ich im jeweiligen Beitrag natürlich auch und verlinke zum Originalrezept.
Oft haben Rezepte auf den Plattformen gehypter Kochmagazine oder aus der Gruselplattform chefkoch nicht funktioniert, enthalten Fertigpulver-Zutaten oder schmecken mir schlicht und einfach nicht. Bei Blogs weiss ich, dass ich dort gute Rezepte finde, die wirklich gekocht wurden und nur gepostet werden, wenn es klappt und schmeckt. Sonst wäre natürlich der Ärger bei den Followern groß 😉
Naan-Brot a la Schön & FeinGanesha-Figur

4. Restaurants & Kochkurse

Ob Michelin-Sterne-Restaurants wie das Le Ciel oder der Wilde Ritter, oder eine Garküche in Thailand – fremde Küchen sind eine tolle Inspiration! Jemand verwendet frischen Estragon in seiner Sauce? Wow. Statt Reis wird aus Quinoa ein Risotto aka. Quinotto? Genial! Sowas probiere ich dann auch gern daheim aus, meist ohne Rezept, einfach draufloskochen.
Toll sind auch Kochkurse – wer diese anbietet, hat meist schon eine Menge Erfahrung in der Küche und viel zu erzählen. Auf dem Blog findet ihr zum Beispiel Rezepte und einen Bericht über einen Veggie-Kochkurs in Bangkok, oder auch einen Erfahrungsbericht vom Kochkurs im Hofgut Hafnerleiten in Niederbayern. Egal wo auf der Welt – in fremde Küchen gucken inspiriert!
Kochkurs in BangkokKochkurs in Bangkok
Koch-Workshop in Bangkok (Thailand) mit May Kaidee

5. Events

Als Blogger wird man durchaus manchmal zu Events eingeladen. Jahrelang habe ich das eher gemieden, aus Zeitgründen, aber auch, weil ich eigentlich nicht so der Socializer bin. Dieses Jahr habe ich trotzdem endlich mal einige Events besucht, weil mich die Themen oder die Menschen dahinter besonders interessiert haben. Zum Beispiel war ich beim FoodBlogDay in München, durfte von Denise (Foodlovin) und Kahla Porzellan Geheimtipps über das Foodstyling erfahren, mit Alpro darüber nachdenken was mich am Bloggen glücklich macht und mein eigenes Wildkräuter-Pesto mit ufop zusammenmischen.
Foodstyling beim FoodBlogDay MünchenFoodstyling beim FoodBlogDay München
Noch so eine Sache bei Events – die Workshops sind nicht immer unbedingt vegetarisch 😉
Hier zum Beispiel beim FoodBlogDay in München
Ein besonders schönes Event war auch das Dinner von GreenPearls, die nachhaltige Hotels nach strengen Kriterien auswählen und bewerben. In fünf Gängen wurden Zutaten von 11 Hotels verwendet, die aus unterschiedlichsten Ländern mitgebracht wurden. Unter anderem aus den Malediven, Österreich und Italien! Zutaten aus so unterschiedlichen Ländern können zusammen ein sehr stimmiges und köstliches Menü ergeben.
Beim Event von Food&Farm habe ich mit einem bayerischen Kartoffelbauer über alte Sorten philosophiert und die Redakteur*Innen ausgefragt, wie sie eigentlich die Themen für ihr Magazin finden. Ganz nebenbei gab es auch dort leckeres, regionales Essen. Ihr seht – Austausch mit Menschen, die man sonst nicht getroffen hätte, ist eine tolle Inspirationsquelle. Ob das nun Köche, andere Foodblogger, Firmen oder Zeitschriften sind…

6. Reisen

Meine Leidenschaft! Mit meinen Eltern bin ich glücklicherweise schon als Kind viel gereist, mit 14 bin ich das erste Mal aus dem bayerischen Hinterland per Mitfahrgelegenheit nach Berlin gefahren, mit 19 spontan nach Wien umgezogen und von dort aus habe ich meine ersten langen Fernreisen nach Nepal und Brasilien unternommen.
Brasilien, Rio de JaneiroNepal - Pokhara, Annapurna
Links: Brasilien/Rio de Janeiro, rechts Nepal/Annapurna Gebirge bei Pokhara
Als studierte Kultur- und Sozialanthropologin interessieren mich fremde Kulturen natürlich besonders – auf dem Blog kann ich diese Leidenschaft perfekt mit Rezepten und Reiseberichten verknüpfen. Alle Berichte sind in meinem Travelguide gesammelt, aber ihr findet hier auch gesellschaftskritische Themen wie die Auswirkungen der Fußball-WM auf ein Land wie Brasilien und eine Antwort auf die Frage, ob Tourismus die Gentrifizierung fördert.
Ich liebe es zu reisen und versuche euch an meinen Erlebnissen teilhaben zu lassen oder einfach neue Inspiration zu bieten, welche Orte auf der Welt ihr noch entdecken könnt! Auch praktische Tipps finden hier ihren Platz, zum Beispiel wie man ohne Kohle und mit wenig Zeit 14 x in einem Jahr verreisen kann.
Koh Phayam, Thailand
Mönch auf Koh Phayam, Thailand
Von meinen Reisen bringe ich natürlich auch viele Rezepte mit. Entweder verraten mir Einheimische ihre lang gehüteten Rezepte, oder ich probiere etwas in einem Restaurant und koche es daheim nach. Das macht großen Spaß und führt dazu, dass auf Transglobal Pan Party österreichische Powidltascherl, spanische Tapas oder ein nepalesischer Kartoffelsalat zu finden sind.

7. Dokumentationen & Filme

Ich bin ja ein totaler Serienfan, aber ich liebe auch Dokumentationen. Zum Beispiel die berühmte Reihe Chef’s Table, die ihr auf Netflix findet und in der in jeder Folge verschiedene Chefköch*Innen vorgestellt werden. Ob Italien, Brasilien oder Schweden – hier geht es um spannende Menschen, die ihren Traum verwirklicht haben. Toll finde ich auch die AEG Doku Tasteology, die ihr kostenlos auf YouTube angucken könnt. In vier Episoden geht es um die Themen „Source“, „Chill“,
„Heat“ und „Experience“:
“Beginnend mit dem Kultivieren von Pflanzen und der Haltung von Tieren (Source), über die ideale Lagerung (Chill) und optimale Zubereitung (Heat) bis zum Anrichten auf dem Teller (Experience) – jeder einzelne Schritt trägt dazu bei, ein perfektes Geschmackserlebnis zu erreichen.”
Ästhetisch ansprechende Dokus sind eine tolle Inspiration für Menschen, die Kochen lieben! Aber wenn eine*r meiner lieben Foodblogger-Kolleg*Innen bei Serien wie dem Perfekten Dinner dabei ist, schaue ich auch da gern mal rein 😉
Filme inspirieren mich übrigens ebenso – zum Beispiel die Komödie “Chef” (die auf Deutsch irrsinnigerweise “Kiss the Cook” heißt) und in der ein Koch mit seinem Foodtruck einmal quer durch die USA fährt. Oder das Drama “My Blueberry Nights”, bei dem mir besonders die tollen amerikanischen Pies im Gedächtnis geblieben sind… Und kennt ihr die zauberhafte Romantik-Komödie Julie & Julia, in der eine Foodbloggerin alle Gerichte aus einem Kochbuch von Julia Child nachkocht? Auch der Bollywood-Film “Die Hüterin der Gewürze” hat meinen Geschmack getroffen. Kulinarische Film-Empfehlungen sind hier immer willkommen, schreibt mir eine Email oder kommentiert hier auf dem Blog oder auf meinen Social-Media-Kanälen, wenn euch etwas unterkommt 🙂

8. Familie & Freunde

Eine extrem wichtige Inspirationsquelle für das Kochen ist natürlich meine Familie. Meine Eltern haben immer schon gekocht, da gab es keinen Kartoffelbrei der aus Pulver angerührt wurde, sondern wir haben gemeinsam Kartoffeln geschält und gekocht, sie mit Milch, Butter und Muskatnuss vermengt und zu einem cremigen Brei verarbeitet. Mit meiner Mutter habe ich an kalten Wintertagen ihren großartigen Linseneintopf gegessen oder als Kind mit ihr ein Lebkuchenhaus gebastelt (und sie dabei so fluchen gehört wie nie zuvor). Mit meinem Papa stand ich oft sonntags am Herd und habe ein leckeres Mittagessen mit frischem Gemüse gekocht. Einige Rezepte, die mir viel bedeuten, stammen außerdem von meiner geliebten Großmutter – manchmal interpretiere ich diese aber auch neu.
Mozzarella-Sticks, Erbsen-Minz-Dip
Mozzarellasticks mit Erbsenpürree
Man mag denken, ich wäre ein super anspruchsvoller Esser, den niemand bekochen will weil es sonst Kritik hagelt. Das Gegenteil ist der Fall! Ich liebe die Pizzen von meinem Freund, oder wenn eine Freundin einfach mal mit ihrem ganz eigenen Stil für mich kocht. Über Spagetthi mit Pesto, Rucola und Tomaten freue ich mich zum Beispiel auch immer – man muss mir kein Fünf-Gänge-Menü servieren, um mich glücklich zu machen. Und ganz nebenbei inspirieren mich die Rezepte meiner Freund*Innen auch, etwas ähnliches nachzukochen.

9. Feiertage und besondere Anlässe

Weihnachten, Ostern & Valentinstag werden auf Foodblogs regelrecht zelebriert! Der Valentinstag war mir früher ziemlich egal, heute freue ich mich auch mal darauf, etwas Rotes oder etwas mit Herzchen zu backen! Oder eine vegane Variante eines typischen Weihnachtsrezeptes wie Bratensauce zu kreieren…
Herz Cake PopsCarrot Cake
Valentinstag: Herz Cake Pops; Ostern: Carrot Cake

 

Diese Anlässe sind Inspirationsquelle, denn plötzlich muss man sich mit einem bestimmten Motto auseinandersetzen. Das heißt nicht, dass ich diese Feiertage jedes Jahr alle mitmachen muss, aber manchmal freue ich mich darauf und überlege mir etwas passendes.

10. Mit offenen Augen durch die Welt gehen

Der letzte Tipp lautet: lasst euch einfach inspirieren. Mir ist es auch schon passiert, dass ich ein Gericht gekocht habe, dessen Motto die Farbe Grün war. Dass ich Lust habe auf ein indisches Vier-Gänge-Menü. Oder dass ich mich über Coca Cola ärgere und euch erzähle, warum das so ist. Alles kann Thema auf deinem Blog sein, wenn du das möchtest! Dein Blog, deine Party…
Trotzdem freue ich mich natürlich auch über Kommentare von Lesern und anderen Bloggern – denn die inspirieren mich manchmal ebenso zu Beiträgen. Also danke an euch alle, dass ihr hier seid und diesen (unendlich langen) Beitrag lest!
Ela von Transglobal Pan Party

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4 Kommentare

  • Antworten
    ullatrulla
    24. Juni 2016 um 9:50

    Ach, ein richtig schöner Beitrag, liebe Ela. Ich mag neben den vielen tollen Rezepten (deine Linsenbällchen oder der nepalesische Kartoffelsalat sind immer noch ganz große Favoriten) gerade die Vielseitigkeit auf deinem Blog, dass du auch mal kritische Dinge ansprichst und um Aufmerksamkeit für bestimmte Themen wirbst. Mach weiter so, ich bin sehr gerne Gast bei dir.
    Liebe Grüße,
    Daniela

    • Antworten
      Ela
      24. Juni 2016 um 10:14

      Liebe Daniela,

      danke dir, das freut mich sehr zu hören! Die Linsenbällchen habe ich leider ewig nicht mehr gemacht, wird mal wieder Zeit 😉
      Liebe Grüße,
      Ela

  • Antworten
    Julia
    11. April 2017 um 14:32

    Sehr hübsche Liste. Ich kann dem allen nur zustimmen. Denn: Essen ist immer auch ein Über-den-Tellerrand-Schauen. Nichts erweitert so sehr den Horizont wie etwas zum allerersten Mal zu essen.

    • Antworten
      Ela
      11. April 2017 um 14:38

      Liebe Julia, danke für deinen Kommentar! Genau so sehe ich das auch 🙂 Ich freu mich immer wieder drüber, neue Lebensmittel oder Zubereitungsarten zu entdecken und auszuprobieren. Aber auch alte Gerichte, die ich meine zu kennen, können in einer Neuinterpretation absolut augenöffnend sein!
      Liebe Grüße,
      Ela

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